Tiger und andere Mogelpackungen

7 04 2010

Gießen | Ein bekannter Süßwaren-Hersteller versucht mit aller Gewalt Packungen zu kreieren, aus denen man partout die Schokocreme nicht restlos herauskratzen kann. Das selbe Gefühl, was ich sonst nur vom Frühstück kenne, überkam mich beim Spiel der LTi 46ers gegen die Walter Tigers Tübingen in den ersten 20 Minuten. Nachdem die Tiger sich in unserem Gehege immer mehr wie zu Hause fühlten und Gießen „auf Teufel komm raus“ keine Defense gegen Tübingen spielen wollte, schien es, als ob sie einfach nicht alles aus sich, beziehungsweise den Fehlern des Gegners, herausholen wollten. Dabei wird seit Tagen der Abstieg fast als nie dagewesenes Thema abgetan. Das Team – die Mogelpackung des Abends? Es hatte schon keiner mehr daran geglaubt. Nach einer verlorenen ersten Halbzeit und einem 16 Punkte Rückstand (38:54) im dritten Viertel wurden den schwäbischen Tigern schließlich doch die Zähne gezogen. Und das sehr schmerzhaft.
Aber zurück zum verloren geglaubten Brotaufstrich in der Mogelpackung. Immer wieder schaute Gießen zu, wie die Schwaben zum Teil ungestört und frech in die Zone zogen um sichere Punkte zu verwandeln. Bereits im ersten Viertel durften die Raubkatzen aus Tübingen 27 Punkte einfahren. Gießen hatte die Gegenspieler einfach nicht im Griff. Michael Jenkins zählte bereits fünf Assists, Romeo Travis sieben und Aleksandar Nadjfeji sechs Punkte in den ersten zehn Spielminuten. Gießen spielte zu der Zeit schon wie ein Löwe. Ja, ein Löwe direkt nach dem großen Fressen. Mahlzeit!
Ein Faktor war, der immer noch nicht fitte Starter Elvir Ovcina und Maurice Jeffers der schon in der zweiten Spielminute sein drittes (!) Foul kassierte. Aber der Flügelspieler sollte einer der Hauptakteure des Abends werden. Mit 22 Punkten und acht Rebounds ging er nicht nur als Top – Scorer, sondern auch als Sieger vom Feld, was sicherlich einer seiner Wünsche zum Wiegenfest war. Das Geburtstagskind schenkte sich und den Zuschauern außerdem im dritten Viertel den wohl spektakulärsten Dunking dieser Saison.
Die Halbzeit-Ansprache des Zirkusdirektor und Oberdompteur der Gießener Löwen in der Kabine schien aber angekommen zu sein. Gegen Ende des dritten und vor allem im vierten Viertel wurden die Tiger wahrlich niedergerungen und Gießen drehte richtig auf. Beispielhaft die gute Defensivleistung des viel kritisierten Max Weber, der an der Mittellinie Tübingens Aufbauspieler den Ball klaute und lässig punktete. Ein Gleichstand prangte in der 39. Minute auf den Tafeln. 68:68.
Gießen foulte den Tübinger Spieler Branislav Ratkovica der aber beide Freiwürfe vergab. Spannender hätte ein Krimi nicht sein können. Tübingen hatte erst zwei Mannschaftsfouls auf dem Konto und foulte so schnell 13 Sekunden und ein zweites mal 4,6 Sekunden vor Schluss. Das letzte Foul brach ihnen dann das Genick, da sie es viel zu früh machten statt ein bis zwei Sekunden vor Abpfiff abzuwarten. Denn 4,6 Sekunden können im Basketball sehr lange sein. Unsere Pointguard-Katze brauchte auch nur vier Sekunden um nach dem Einwurf über rechts in die Zone zu ziehen, den Gegenspieler Steven Wright mit einer Täuschung kurz zu verladen, auf links zu legen und den Ball per Korbleger zu versenken. Die Osthölle stand Kopf! Das gefühlte erste, knappe Spiel bei dem bis zum bitteren Ende gekämpft und schließlich gesiegt wurde. Keiner der 3525 Zuschauer konnte sich auf den Plätzen halten und selbst das Maskottchen Fabius holte alle restlichen Energien aus sich heraus und kletterte auf die Korbanlage vor dem Fanblock „Ost“. „Hier regiert der MTV!“ konnte man wahrscheinlich bis Tübingen hören. Zumindest wird es den angereisten Tigern noch lange in den Ohren gellen.
Mit diesem Sieg und gewonnenen Selbstvertrauen geht es jetzt am 17. April nach Ulm. Und natürlich mit dem sechsten Mann, den Fans, die wie auch gegen Tübingen einen großen Teil zu einem Sieg beitragen können. Die Domstädter, mit unserem alten Bekannten Austin Rowland, stehen mit zwei Siegen mehr auf ihrem Konto genau einen Platz über uns in der Tabelle. „We Entertain U“ titeln sie auf Ihrer Internetseite. Hoffen wir, dass es auch sehr unterhaltsam wird für uns. „WE BEAT U“ steht dann in zwei Wochen auf unserer Seite.
Die LTi 46ers übernehmen wieder die Fahrtkosten für die Fans zu diesem Auswärtsspiel. Wieder brauchen die rot-weißen jede zu mobilisierende Unterstützung im viertletzten Spiel der Saison und vorletzten Auswärtsspiel. Auf geht’s Gießen. Damit wir auch dort wieder rufen können „Hier regiert der MTV!“





Let´s get ready to rumble

11 03 2010

Paderborn | Runde 26. Aus der Halbdistanz setzte Gießen mehrere Jabs in die Fünfer-Deckung der Domstädter. Eine tödliche Links-Rechts Kombination (Jeffers und Jeanty). Ausleger. Lucky Punch. Gießen schickt Paderborn auf die ostwestfälischen Bretter.

Vergangenes Wochenende waren, einmal mehr, alle dunklen Abstiegswolken und das schwebende „Pro A – Damoklesschwert“ über Gießen vergessen. Gießen schlug die Ostwestfalen souverän mit 78:63 und konnte so einen ersten Befreiungsschlag im Kampf „Gießen vs. Abstieg“ landen. Ein Volltreffer. Der siebte Sieg in der laufenden Saison und der zweite Sieg gegen Paderborn nach dem Hinspielerfolg in der Osthalle (71:65). Somit ist auch der direkte Vergleich gewonnen.

Einer der beliebtesten Trainer -Floskeln auf den unbeliebtesten Plätzen der Tabelle ist „die Hoffnung stirbt zuletzt.“ Aber diesmal wurde sie nicht von unserem Vladi ausgesprochen. Nein. Dirk Happe, seit vier Wochen neuer Übungsleiter der Paderborn Baskets, schwelgt jetzt schon in solchen Worten. Und das zu Recht. Dabei wurde es einem Gießener Fan in den letzten Tagen auch mal ganz schwummerig beim Blick auf die Tabelle. Schlusslicht Paderborn schien mit seinem neuen Trainer Happe zu ungeahnten Kräften gelangt zu sein und gewann das Spiel gegen Trier, nach drei (!) Verlängerungen mit 101:98. Parallel verloren wir in Gießen tags zuvor ein gewonnen geglaubtes Spiel gegen die Braunschweiger. Aber jetzt heißt es noch einmal Durchatmen. Die Abstiegsplätze sind aktuell mit den Kandidaten Hagen und Paderborn besetzt. Der nächste Gegner Trier (Platz 14) weist nur einen Sieg mehr auf als wir und so könnte man bei einem Sieg am Samstag mit ihnen gleichziehen. Das ist das Ziel. Im Hinspiel zogen unsere rot-weißen in Trier den Kürzeren und verloren das Spiel knapp (wie sonst?) mit 87:83. Es geht also ums Überleben in der Königsklasse. Trier, Düsseldorf, Gießen, Hagen und Schlusslicht Paderborn. Fünf Mannschaften. Fünf Abstiegskandidaten. Wir haben uns einiges Vorgenommen. „Hausaufgaben“ nennt es Bogojevic. Wir müssen lernen aus den Fehlern des Gegners Kapital zu schlagen bevor er es macht und die Konzentration über die gesamten 40 Minuten hochhalten. Siege müssen her, so der Giessener Übungsleiter.

Der erste nach langer Durststrecke wäre eingefahren. Auswärts sind da noch Quakenbrück, Oldenburg, Ulm und Weißenfels zu absolvieren. Durch die, hoffentlich gut geheizte, Osthölle müssen noch Trier, Tübingen, Bamberg und Bonn gehen. Gerne glauben wir den Verantwortlichen der 46ers die vom „geplatzten Knoten“ in Paderborn und einer besseren Mannschaft als der Tabellenplatz vermuten lässt, sprechen.

Trier macht seine Fans hingegen schon mobil für Samstag. Mit einem gesponserten Bus und einen TBB Fan-Schal gratis für die ersten 100 Fans versuchen sie derzeit so viele Anhänger wie möglich in die Giessener Osthalle zu bekommen. „Gerade in der hitzigen Atmosphäre in Gießen brauchen wir den Support von den Rängen und zählen auf euch“, so der Kapitän der Trierer James Gillingham.

Ja genau. Hitzig. Ihr seid hier nur Gast! Das Wort „Support“ erklären wir Euch erst mal am Samstag hier in Gießen. Erst wenn Ihr mit Euren gesponsorten Kutschen wieder die Heimreise antretet, werdet Ihr die wahre Bedeutung des Satzes „Support von den Rängen“ verstanden haben.
Also mein Angebot. Die ersten 100 Trierer Fans bekommen in der Osthalle eine 40-minütige „Fan-Support Exkursion“ gratis. Eintritt und Getränke sind selbst zu bezahlen. Nutzt also Eure Chance und nehmt an dieser einmaligen Studienfahrt in das schöne Mittelhessen teil. Ihr lernt was fürs Leben.
Auf geht’s Gießen – Kämpfen und siegen!





Mittelhessisches Tiefdruckgebiet

4 03 2010

Durch das verheerende Leistungstief „Zynismia“ sind am Wochenende erhebliche Schäden in der Basketballhochburg Gießen angerichtet worden und mindestens 3260 Hoffnungen ums Leben gekommen. Die meisten wurden von versemmelten Freiwürfen und dusseligen Ballverlusten erschlagen. Unzählige wurden verletzt. Nachdem der Spieltrieb in der Osthalle wegen des Tiefs am Samstag fast komplett stillgestanden hatte, nahmen die Spieler der LTi 46ers am Montag, etwas benommen das Training wieder auf. „Die ersten Spieler treffen wieder“, sagte ein Sprecher. Vor allem die ungedeckten Würfe aus der Zone. Die Freiwürfe und Distanzwürfe jenseits der „Schaffartzik – Linie“ sind jedoch weiter beeinträchtigt. Viele Spieler haben das erlebte noch nicht verarbeitet und brechen immer wieder weinend an der 6,25m Linie zusammen.

Ja es ist zum verrückt werden. So titelten gleich mehrere lokale Zeitungen Anfang dieser Woche nach dem Heimspiel der LTi „Fortyzitters“ gegen Braunschweig. 98 Sekunden vor Schluss lag Gießen nämlich noch mit zwei Punkten vorne (63:61). Wieder einmal ein relativ guter Auftritt der rot-weißen. Wieder gut gekämpft. Wieder am Ende knapp verloren. Herzlich Willkommen im Tiefdruckgebiet Gießen. Während viele von einer Pechsträhne und Unglück reden, lässt diese weitere Niederlage jedoch langsam ein Muster erkennen. Zehn Niederlagen in Elf Spielen und insgesamt die elfte Niederlage, bei der der Rückstand weniger als zehn Punkte beträgt.

Aber das kann man wirklich nicht mehr Pech nennen. Nein. Passendere Worte wären Fehlendes Selbstvertrauen, erzwungene Einzelaktionen, Standbasketball, Turnover und wenig System. Freiwurf was? Nie gehört. Schaffartzik schießt Dreier? Seit wann?

Hallo!? Auf welchem Planet waren die bei der EM oder letzte Saison in Gießen?
Vom säugenden Kleinkind bis zum Tattergreis mit Gehhilfe wusste jeder in der Halle, dass man Heiko Schaffartzik niemals frei an der 3er-Linie stehen lassen darf. Sogar im Vorbericht hieß es wörtlich „Heiko Schaffartzik (der Ex-46er kommt auf elf Punkte pro Spiel bei einer Dreiertrefferquote von 37 Prozent)…“ In der Osthalle kam er am Samstag auf 70 Prozent (!). Herzlichen Glückwunsch und noch mal vielen Dank an dieser Stelle.

Aber was soll man machen. Ein Wutanfall des Motivationskünstlers mit Draht zur Mannschaft vor laufenden Kameras, war da doch sehr Beispielhaft für die derzeitige Situation. Sein Kommentar nach dem Spiel, es hätte ihn verwundert, dass Heiko und Hicks offene Dreier nehmen konnten, erschreckend. Wenn es Dich schon wundert, Vladi was sollen die Fans da sagen. Ich stand mit offenem Mund und kreisrundem Haarausfall am Spielfeldrand. Aber ich distanziere mich hier von der Überheblichkeit des vermeintlichen Besserwissens. Fremdschämend und auf der Suche nach einem neuen Shampoo oder einer Überdosis Propecia werde ich diese Woche abwarten, mich von den Orkan- und Leistungstiefs dieser Woche erholen und hoffe auf einen Sieg in Paderborn. Wie jeder weiß wird es eng mit dem Klassenerhalt im Gießener Korbsport. Aber was wäre man für ein Fan wenn man jetzt die Hoffnung aufgäbe. Die Paderborner rechnen schon mit 250-300 Gießener Gästen in der eigenen Halle laut Vereinseigenem Fan-Forum. Die werden wir sicher nicht vor Ort zusammentrommeln können aber genügend Herzen werden mit dabei sein. Ob am Live-Ticker, Online Radio-Stream, Handy oder ähnlichen Medien. Wir stehen auch im nächsten Spiel wieder hinter Euch, fiebern mit, verzweifeln, jubeln. Je nach dem. Macht es uns nicht so schwer.





“Well roared, Lion!”

23 02 2010

Ludwigsburg | Gut gebrüllt Löwe – Aber nicht gebissen.
Am vergangenen Samstag präsentierte sich die „Bogojevic-Truppe“ in Ludwigsburg alles andere als schlecht, unmotiviert oder gar als ein Kandidat für die Pro A. Nein. In diesem Spiel wurde klar, dass die Vorwochenniederlage gegen die furzfidelen „Veilchen“ ein Ausrutscher gewesen sein muss. Es wurde gekämpft bis zur letzten Sekunde, was uns dank eines Drei-Punktewurf von Elvir Ovcina (ich liebe diesen Mann) in die Verlängerung brachte. Mit löwenartigen Eifer gekämpft und sich dann doch die Zähne ausgebissen.

„Ovcina alleine war für mich gestern das Eintrittsgeld wert. Der ist noch besser als ich ihn in Erinnerung hatte. Der Dreier zur Verlängerung war einfach unglaublich. Männer ohne Nerven…„ schwärmte selbst ein Ludwigsburger Fan nach dem Spiel.
In der Verlängerung hat es dann leider nicht gereicht und wie so oft hat das Quäntchen Glück irgendwo draussen vor der Halle keinen Parkplatz gefunden. Gießen erwies sich dann doch als zahnloser Löwe.
Dieses „Quäntchen“ hatte Ludwigsburg allerdings mehr als Verstand und einen der nach dem Spiel ganz schlecht gebrüllt hat. Der Teammanager der Ludwigsburger Glückskekse diktierte am Montag der Stuttgarter Presse „…so ein Team musst du mit 20 Punkten schlagen…“ (Quelle: Stuttgarter Nachrichten). Oha!

Lieber Herr Probst. Sich nach einem solchen Zittersieg aufzuplustern rückt die Leistung des Teams erst recht in ein schlechtes Licht, genauso wie die des Trainers. Eins ist sicher. Mit einem kompletten und gesunden Kader hätte Gießen die Wahl-Ludwigsburger und Solidaritäts-Schwaben mit mehr als +20 Punkten aus der eigenen Halle gehauen!
Die harte Arbeit allein wurde aber leider nicht belohnt.

Ein „gut gebrüllt“ geht allerdings noch an die Fans. Die gefüllten Fanbusse ließen nicht im Entferntesten auf eine geplante Zweitligazugehörigkeit schließen. Im Gegenteil. Die fast 200 mitgereisten Fans in rot-weiß übertrugen eine erstklassige Stimmung auf die Mannschaft und übertönten schon bei der Ankunft die etwa 3000, sich durch monotones Klatschen selbsteinlullenden, Zuschauer in der Barockstadt.

Um 19.30 Uhr startete das Spiel mit den zwar motivierten, aber zu Beginn kurz überraschten Giessener Spielern. Die Schwaben führten schnell mit 4:0. Umgehend hatte Gießen aber wieder das Heft in der Hand und führte, dass erste mal im Spiel mit 11:9. Ein spannender Basketball-Krimi wurde geboten der am Ende leider, aus meiner Sicht unverdient, zugunsten der Ludwigsburger beendet wurde.
Der Giessener Fanblock machte seinem Namen trotzdem wieder alle Ehre und übertönte auch nach der Niederlage noch die schwäbische Sportarena mit einem imposanten „You´ll never walk alone“ was nicht nur den Giessenern eine Gänsehaut verpasste sondern auch allen anderen Zuschauern die noch wach waren. Das Team bedankte sich für die treue Unterstützung, die Ludwigsburger sicher über den sprunghaft gestiegenen Umsatz im Bier- und Würstchenverkauf.

Am Samstag dürfen dann wieder mehr als nur eine Auswahl Fans ihre Loyalität beweisen und den einen oder anderen Schlachtgesang in der Osthalle anstimmen. Die zu schlagenden Gegner kommen extra aus Braunschweig angereist um sich ihre Backpfeife in der gefürchteten Osthölle abzuholen. Ohne größeren Eindruck zu hinterlassen werden die Braunschweiger „Phantoms“ als selbsternannte, unwirkliche Erscheinungen das Parkett verlassen. Ein Gießener Sieg bleibt nicht länger Phantasie. Auf geht’s Gießen …





Basketball “Helau!”

21 02 2010

Gießen | Achtung Sondermeldung! Durch einen üblen Karnevalsstreich gingen 3024 Fans, nein Zuschauer, dem 46ers Team am Samstagabend gehörig auf den Leim. Das Team des rot-weißen Basketballs entwendete zwölf lilafarbene Trikots aus einigen geparkten Bussen vor der Osthalle. Sie verkleideten sich als Göttinger „Veilchen“ und traten um 20 Uhr gegen eine Auswahl älterer Zuschauer an, die wiederum als LTi 46ers Spieler verkleidet waren. Von wegen! Die Realität: Gießen – „Helau!“ Ballverluste – „Helau!“ Fehlwürfe – „Helau!“

Ach, hört doch auf! Ich bin nicht nur des einsilbigen Faschingsgesülze überdrüssig – Oder nennen wir es die Legitimation für Komasaufen und einem Benehmen, welches in den restlichen vier Jahreszeiten entweder zu einem Aufenthalt in der geschlossenen Psychiatrie oder dem Knast führen würde – Aber das ist ein anderes Thema. Nein.
Auch des einfallslosen Spiels der Gießener Fünf. Wir starteten zwar gegen eine starke, aber auf eigenem Parkett nicht übermächtige Mannschaft aus Göttingen. Jeder, der im Ansatz etwas mit Basketball zu tun hat, wusste im Voraus:Taylor Rochestie knallt die Dreier wie kein anderer, die Göttinger sind konditionell die beste Mannschaft der Liga und wenn Rochestie nicht trifft, macht es der Nächstbeste, den Gießen mal wieder ungedeckt an der Linie stehen lässt. Unsere Jecken wurden förmlich überrannt, auseinander genommen und deklassiert. Bestes Beispiel: Dwayne Anderson vernascht Elvir Ovcina. Ball rechts um die Beine Ovcinas gedribbelt, links umlaufen, abgelegt, Korb, zwei Punkte. Unschlagbar.
Wenn man versucht hat, wegzublenden, das dieses eingespielte Team in Lila ja eigentlich gegen uns spielt, konnte man richtig guten Basketball schauen. Die Göttinger präsentierten traumhafte Spielzüge und ließen ihre Gegner zum Teil wie Kreisligisten aussehen. Ich habe die Zeit gezählt, in der Gießen nichts, rein gar nichts getroffen hat und kam zusammen addiert auf ein ganzes Viertel (+/- 10 Min.). Knapp vier Minuten allein jeweils im dritten und vierten Viertel. Schlimmer konnte es nicht werden und die drei Abgesandten aus dem „Spielflußvernichtungslager“ lassen wir an dieser Stelle mal außen vor. Wir hofften, wenigstens die 50-Punkte-Marke zu knacken und, dass der Vorsprung der „Veilchen“ am Ende nicht größer als 20 wird. Der erste Wunsch wurde erfüllt.

Ein weiterer Wunsch jedes eingefleischten Basketballfans wurde am Montagmorgen erfüllt. Nämlich in Dallas (Texas) beim alljährlichen All-Star-Weekend der NBA. Den Höhepunkt bildete wie immer das All-Star Game. In dem Spiel treten die besten Spieler der „Western Conference“ und der „Eastern Conference“ gegeneinander an. Das Spiel startete um 2.45 Uhr (MEZ). In der „Starting-Five“ des westlichen Teams stand unser Dirk Nowitzki. Aber er war nicht allein um die „Deutschen-Quote“ im amerikanischen Traditionstunier hoch zu halten. Im dritten Viertel stand neben ihm der zweite Deutsche im westlichen Kader Chris Kamann, von den Los Angeles Clippers. Damit waren 40% der Spieler auf dem All-Star-Parkett in Dallas mit Deutschen Spielern besetzt. Eine Sensation. Das gab es noch in keinem „All-Star-Game“ und manchmal haben wir sogar in der Osthalle eine niedrigere Quote auf dem Spielfeld. Also zurück nach Gießen. Fünf Veilchen betraten das Gießener Parkett am Samstagabend. Mindestens 15 verließen es allerdings denn jeder unserer Spiele muss eins auf jedem Auge gehabt haben. Eine „Lehrstunde“, schrieb die lokale Presse über das Heimspiel gegen Göttingen. Hoffentlich war es das. Am kommenden Samstag findet das erste auswärtige “Heimspiel” dieser Saison statt. Auf ein Neues.

Mund abwischen und auf nach Ludwigsburg.





Die Quadratur des Kreises

21 02 2010

Bremerhaven | Eine Sensation! Kaum zu glauben! Wer hätte das gedacht?
Das waren die ersten Sätze im Fanforum am vergangenen Samstag, Punkt 21.10 Uhr mit dem Abpfiff in Bremerhaven.
Neben mir klebte so manch anderer zuhause gebliebener Fan an seinem PC. Auf der einen Seite den Live-Audiostream einer Tageszeitung, auf der anderen den BBL Live-Ticker, der etwa 20 Sekunden schneller war mit der Übertragung des Ergebnisses.
Meine Schreibtischplatte hatte nach der ersten Halbzeit schon die eine oder andere Bissspur. Die Mannschaft kämpfte sich im nördlichen Feindgebiet der Eisbären immer wieder ran, konnte sich aber nie deutlich absetzen.
Es war ein spannender Basketball-Krimi der Gießener Underdogs gegen eines der besten Teams der Liga. Und unsere Jungs haben es geschafft! Die Quadratur des Kreises! Die wenigsten hätten es für möglich gehalten nach der bitteren Serie von Niederlagen in den vergangenen Wochen auswärts wie auch zuhause.
„Zwei Serien wurden heute beendet“ so Trainer Vladi Bogojevic. Bremerhaven konnte bis zu diesem Spiel sieben Siege in Serie verbuchen, Gießen sieben Niederlagen.

Die „Vladi raus“ – Stimmen sind vorerst verhallt. Die Frage, ob er seine Mannschaft noch erreicht, ist fürs Erste beantwortet. Die Fans hat er auf jeden Fall erreicht. Noch mehr die Spieler, die 40 Minuten wirklich alles gegeben und alle taktischen Strategien perfekt auf dem Feld umgesetzt haben. Aber nicht nur der Sieg war mal was anderes.
Eine sportliche Abwechslung war dann auch das Turnier des 46ers „Office-Team“ gegen die Pressevertreter am Dienstagabend. Bei diesem traditionellen, basketballerischen Vergleich konnten sich alle Pressemitarbeiter anmelden die in der laufenden Saison in Wort oder Bild über die LTi 46ers berichten.
Schon in der Einladung betonten die Gastgeber eine Chancengleichheit der Teams, da sie neben Trainer und Ex-Basketball-Nationalmannschaftsspieler Vladimir Bogojevic auch durchaus einige Laien und „unelegante“ Spieler im Kader haben würden.
Gespannt machte ich mich also im Namen der GZ mit meinem Turnbeutel in die Osthalle auf, betrat den heiligen Boden und staunte nicht schlecht über die großen Mitarbeiter im „46ers-Office“. Die Größe scheint also auch im Büro der 46ers ein Einstellungskriterium zu sein – nicht nur auf dem Spielfeld.
Neben unserem Bundesliga-Trainer Bogojevic und Co-Trainer Wasshuber standen uns der Trainer der Regionalliga Thorsten Alver sowieTrainer der NBBL und JBBL und Spieler in der Basketball-Oberliga, Piljanovic als „unelegante Gegner“ gegenüber.
Es hieß also Stifte, Fotoapparate und Mikrofone beiseite und Ball in die Hand. Mit vereinten Kräften spielten wir zweimal 25 Minuten, 5 gegen 5, was das Journalistenherz her gab.
Trotz dieser völlig ausgeglichenen Talent- und Spielerverteilung waren die Spiele der Presse gegen die Bogojevic Auswahl wenig spannend – aber lustig.
Das sportliche Event klang dann gemütlich in der Licher-Platin-Lounge bei Speis und Trank aus. Ein schöner Abend ging zu Ende und dieses Spektakel wird sicher auch im kommenden Jahr wieder stattfinden. Jetzt noch mal ein paar basketballfreie Tage. Bis Samstag. Das nächste Heimspiel steht an.

Göttingen. Wir warten!





Einmal Himmel und zurück

21 02 2010

Gießen | Schon um 1780 beschrieb ein junger, begabter Hesse aus dem benachbarten Frankfurt den Gießener Basketball-Fan der vergangenen Woche in nur einem Satz: „Zum Himmel hoch jauchzend, zu Tode betrübt.“ (Goethe) Ja, himmlisch war es vergangene Woche in der “Osthölle”, als unsere Mannen das Rekordviertel dieser und vergangener Saisons hinlegten.

In den ersten Minuten bereits 13 Rebounds von Johnson, Williams und Ovcina und 30 Punkte in den ersten zehn Minuten. Die beiden Neuverpflichtungen Elvir Ovcina und Osvaldo Jeanty legten eine traumhafte Premiere auf das Parkett und spielten sich schon mit den ersten Ballkontakten in die Herzen aller Gießener Fans. Es war einfach nur ein Genuss, Ovcina unter dem Brett „arbeiten“ zu sehen und Jeanty, wie er ganz in „Teague-Manier“ seinen ersten wilden Wurf von jenseits der Drei-Punkte-Linie versenkte. Da war er. Der Befreiungsschlag. Nach der Serie von sechs Niederlagen in Folge war es soweit. Mitte des zweiten Viertels kannte der Jubel keine Grenzen. 40:22 war der Punktestand aus Gießener Sicht und ich wollte mir schon während dem Spiel das wohlverdiente Bier gönnen, sah ich das Team doch schon mit einem Sieg vom Feld gehen.

49 Punkte, 26 Minuten und zwei Bier später kam es aber ganz anders. Denn in dieser Zeit waren die Düsseldorfer tatsächlich in der Lage gewesen nicht nur aufzuholen sondern auch vier Punkte mehr zu machen als unsere 46ers. Und da war es wieder. Das Gefühl, das mit Worten kaum zu beschreiben ist. Der Klassenerhalt bröckelt immer weiter, die treusten Fans verlieren ihren Optimismus und es wirkt, als wenn auch der eine oder andere Spieler keine Motivation mehr aufbringen kann. Ein Fan stach ganz besonders heraus. Wollte er doch auf seine Art und Weise den Trainer und vermeindlich Schuldigen auf der Pressekonferenz mal richtig die Meinung sagen. Ob er jetzt ein Gießener Basketball-Fan oder doch mehr ein Fan

seines Sohnes ist, sei dahin gestellt. Aber wer will es ihm verübeln? Am vergangenen Wochenende war er mit seiner Verzweiflung sicher nicht allein. Bereits in der Halle und bis heute in den Foren wurde nach der siebten Niederlage in Folge die Entlassung von „Vladi“ gefordert . Aber wer will behaupten, dass es dann anders wird? Wer will sich diesen Schuh anziehen? Das Wettrüsten der Teams in der BBL ist in vollem Gange. Unser Kredit ist aufgebraucht. In jeder Hinsicht. Aber wir haben ein Team, was von der Besetzung her eines der hochkarätigsten ist. Mit den beiden „neuen“ können wir inzwischen eine Mannschaft bringen, die sogar Play-Off tauglich wäre. Es verbleiben noch 13 Spiele. Freitag bereits gegen die Eisbären Bremerhaven auswärts. Kommende Woche empfangen wir dann BG Göttingen zu Hause. Die Geschäftsführung der 46ers betonte dieser Tag noch einmal, dass unser Coach Vladi bleibt und weiterhin das Vertrauen der Verantwortlichen genießt. Machen wir also das Beste daraus, denn auch der Siegeswille muss bleiben. Und das geht nur mit einer intakten und vollständigen Mannschaft.

Osthalle – Wir sind der sechste Mann!





Die All-Star Mythologie

21 02 2010

Gießen | Es ist sehr ruhig geworden in der verschneiten Basketballhochburg Gießen. Die jüngsten Niederlagen sind mehr oder weniger verdaut und die Spielpause erhoffte ich durch das „All-Star Game“ in Bonn etwas versüßt zu bekommen. Aber weit gefehlt.  


Unser Flügelspieler Moe Jeffers kam immerhin auf 7 Punkte, drei Rebounds und drei Assists in seinen etwa 15 Minuten Spielzeit. Aber von der erwarteten Show der „All-Stars“ war nichts zu sehen. Ein Mythos? Kaum ein Fastbreak mit Alley-Oops und krachenden Dunks. Die Spieler wollten wohl in Ruhe ein wenig „zocken“ und versuchten sich eher von der Drei-Punkte-Linie statt spektakuäre Moves auf das Parkett zu legen.

Dabei versprach BEKO BBL-Geschäftsführer Pommer im Vorfeld „Ein absolutes Top-Event, bei dem sich Highlight an Highlight reiht! Die Basketball-Bundesliga (BBL) veranstaltet jährlich ein All-Star-Game, bei dem die besten Spieler der Teams aus dem Norden gegen die Besten des Südens antreten. Die Spieler und Trainer werden dabei von Fans gewählt. Ein kleines Highlight war sicher der Drei-Punkte-Wettbewerb, den Taylor Rochestie, der bei MEG Göttingen unter Vertrag steht, mit 18 Punkten für sich entschied.

Naja. Vielleicht bin ich auch etwas verwöhnt von den All Star Games jenseits des großen Teiches. Jetzt heißt es noch ein wenig Geduld und dann geht es endlich wieder los. Rein ins „Gießen“-Shirt, einpacken was Krach macht und ab in die “Osthölle”.

Am Samstag sind die Düsseldorfer “Giganten” zu Gast. Die einen sagen Pflichtsieg, die anderen, leidgeprüften Fans rechnen auch damit, wieder knapp zu verlieren. Schlecht spielen können wir gegen die schlechteren Mannschaften nämlich ganz gut. Aber ich bin wie immer positiv! Unverbesserlicher Optimist was den rot-weißen Traditions-Basketball betrifft. Wenn wir auch auf dem vorletzten (17.!) Platz sind vor Paderborn. Soll es wirklich noch mal eng werden mit dem Klassenerhalt? Aber was sagt ein Optimist? Eng ist ein dehnbarer Begriff. Und ein Begriff dürfte auch jedem Basketball-Kenner unser neuer Center sein.

Der 2,12-Meter Center Elvir Ovcina war bei seinem ersten Auftritt, kurz nach seiner Ankunft, schon Top-Scorer gegen Berlin und hatte jetzt sogar noch mal 14 Tage intensive Einarbeitung im Gießener Trikot. Wehe, wenn er losgelassen! David Teague sehen wir ja diese Saison sicher nicht mehr. Leider! Aber die Jungs schaffen das schon. Das Spiel gegen Frankfurt war der Beweis, wie das Fehlen des Liga-Top-Scorers hervorragend kompensiert werden konnte. Wenn das Spiel auch knapp verloren wurde. Am Samstag ist es also an der Zeit, dass der MTV mal wieder sein Herrschaftsgebiet verteidigt.

Wenn die selbsternannten Giganten aus Düsseldorf auf unserem Parkett aufschlagen, werden sie wie ihre Namensvetter der griechischen Mythologie auf die olympischen Götter in Rot-Weiß treffen … Entschuldigung. Da ist es mit mir durchgegangen. Bis Samstag. Ein Sieg bleibt nicht länger ein Mythos. Keine Angst Fans da draussen.

Hier regiert der MTV!





Fans hinter den Kulissen – 46ers versinken im rot-weißen Meer.

18 02 2010

Gießen | Wie schon in allen Medien zu lesen und zu sehen war, fand am 8. Januar 2010 das große Hessen-Derby in der 1. Deutschen Basketball Bundesliga zwischen den Gießen LTi 46ers und den Frankfurt Skyliners statt. Austragungsort war die Gießener Osthalle. Heimat der 46ers und ihrer treuen Anhänger. Und um diese Enthusiasten soll es auch heute einmal gehen. Völlig wertungsfrei zum eigentlichen Spiel, habe ich mich einmal hinter die Kulissen begeben und berichte über die Menschen, die einen großen Teil zu den Spielen der „46ers“ Beitragen, aber selten bis gar nicht erwähnt werden.

 


Wenn es dem DSF auch nur wenige Sekunden wert war, das rot-weiße Meer in der sogenannten „Gießener Osthölle“ zu übertragen, so war es doch ein gigantischer Erfolg der nicht von offizieller Seite geplant und durchgeführt wurde. Knapp 4000 Menschen hielten die farbigen Plakate hoch und sangen wie aus einer Kehle die Toten-Hosen Version von “You´ll never walk alone”.
Geplant und orgnanisiert hat dies eine relativ kleine, eingeschworene und oft argwöhnisch beobachtete Gruppe von Fans, die auf den Stehplätzen im Innenbereich Ost beheimatet ist. Ein Fan ist laut Lexikon ein Mensch, der längerfristig eine leidenschaftliche Beziehung zu einem, für ihn öffentlichen, personalen sowie kollektiven, gegenständlichen Fanobjekt hat und in die emotionale Beziehung zu diesem, Ressourcen wie Zeit und Geld investiert.
Und so ist es auch in Gießen. Schon um 16 Uhr ging es am Freitag in die Osthalle, wo nur wenige Security Mitarbeiter zu gegen waren, die Mitarbeiter des DSF, die schon fleißig Ihre Kameras in Position brachten und die eben erwähnte Gruppe Fans bepackt mit Papier, Luftballons, Tapetenrollen, Farbdosen, Keksen und Getränken. Eine rot-weiße Choreografie sollte die Spieler empfangen und die nötige Motivation für sie, aber auch für die Zuschauer mitgeben. Von einer Choreografie (Umgangssprachlich: Choreo) spricht man im Sport, wenn z.B. die Fans in einem ganzen Stadion oder einer Halle etwas hochhalten, wie Plakate oder Fahnen, was dann im gesamten ein Bild ergibt. Man sieht es oft in Fußballstadien. Die Planung einer solchen Choreografie ist natürlich sehr zeitintensiv und aufwendig. Schon Wochen vorher wurde im offiziellen Forum der Gießen 46ers abgestimmt, welches Muster entstehen soll und wie die Kosten gedeckt werden können. Weitere Fragen waren, ob überhaupt alle in der Hallemitmachen und das Fernsehen es vielleicht gar nicht überträgt. Es sollte ja auch ein Zeichen an andere Vereine und Fans geschickt werden. Über das Muster war man sich schnell einig und per Computer wurde dieses auf den Sitzplan der Osthalle übertragen. Auch die Kosten konnten durch freiwillige Spenden von vielen Fans und einer Spende vom 46ers Team gedeckt werden. Mit dem gekauften Material ging es also am Freitagnachmittag los. Schnell waren die freiwilligen Helfer eingeteilt und die roten und weißen Papiere wurden, nach Plan, auf jeden Zuschauersitz platziert. Dazu wurde auch ein kleiner Handzettel mit Anleitung gelegt, wann das Papier hochgehalten werden soll und warum überhaupt.


Nachdem die knapp 4000 Plätze versorgt waren ging es daran, die Luftballons aufzupumpen mit denen die Stehplätze hinter den Körben bestückt werden sollten. Schließlich sollte der Gegner es nicht so leicht haben, zu seinen Punkten zu kommen. Und was bringt ihn mehr aus dem Takt als hunderte, durcheinander wedelnde Luftballons in Rot und Weiß.
Außerdem wurden an der Galerie, über dem Fanblock, 3 Banner mit der Aufschrift “Wir glauben an Euch” in deutsch, serbisch-kroatisch und englisch aufgehängt. Pünktlich mit dem Eintreffen der ersten Zuschauer, waren die Arbeiten gegen 18.15 Uhr dann auch so gut wie abgeschlossen.
Wenn das Spiel, trotz einer hervorragenden Leistung der Gießener, am Ende nicht erfolgreich war, gibt es immer noch viele Fans hinter den Kulissen, die trotzdem zu ihnen halten und immer wieder ihre Freizeit und finanzielle Mittel einsetzten und sich aufopfern, um einen tollen Rahmen für das Team und andere Zuschauer zu schaffen. Beispielhaft für die positive Resonanz waren sogar die Kommentare des Gegners, direkt nach dem Spiel. “Es ist immer wieder schön, nach Gießen zu kommen und diese tolle
Atmosphäre zu erleben” sagte der Frankfurter Trainer Murat Didin. “Dieses Hessen-Derby ist immer etwas
besonderes. Gießen hat immer eine riesige Atmosphäre. Es hat mich gefreut, dass sie die Wildcard bekommen haben dieses Jahr” so der Frankfurter Aufbauspieler Pascal Roller zu DSF. Auch der Frankfurter Spieler Marius Nolte würdigte dieses Engagement, ging nach dem Spiel noch einmal zum gegnerischen Fanblock der 46ers und fand einige nette Worte zum Gelingen der Choreo und der super Stimmung. Die Nachrichtenseite eurobasket.com zieitierte noch weitere Spieler. Sie schreibt die Atmosphäre in Gießen war nicht nur laut sondern auch sehr ausgelassn und die Fans wild. “Dieses Hessenderby war einzigartig. Es war das anstrengenste Derby was ich je erlebt habe” so Lischka. Der Frankfurter Spieler Doliboa war sehr berührt von der Atmosphäre und sagte, dass es das ist was die Deutschen Basketball Derbys ausmacht. Es erinnerte ihn an vergangene Tage in der D-Liga und College-Spiele in Wisconsin. “Auch wenn Giessen mit vier verlorenen Spielen in Folge in diese Partie ging so verstummten die Fans nicht sondern standen zu ihrem Team bis zum bitteren Ende.

Am Geländer der Galerie waren Banner mit “We belive in You” in verschiedenen Sprachen zu sehen und diese werden mit Sicherheit auch noch beim nächsten Heimspiel zu sehen sein trotz der Niederlage” so Doliboa. Und wenn der eine oder andere Leser das nächste mal den 46ers einen Besuch abstattet, sieht er vielleicht mit anderen Augen in den Ostflügel der Halle, wo die rot-weiß gekleideten Fans ihre selbstgebastelten Fahnen und Banner mit Stolz tragen.

Diese „Fans“ sind nämlich IMMER da.








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