Basketball “Helau!”

21 02 2010

Gießen | Achtung Sondermeldung! Durch einen üblen Karnevalsstreich gingen 3024 Fans, nein Zuschauer, dem 46ers Team am Samstagabend gehörig auf den Leim. Das Team des rot-weißen Basketballs entwendete zwölf lilafarbene Trikots aus einigen geparkten Bussen vor der Osthalle. Sie verkleideten sich als Göttinger „Veilchen“ und traten um 20 Uhr gegen eine Auswahl älterer Zuschauer an, die wiederum als LTi 46ers Spieler verkleidet waren. Von wegen! Die Realität: Gießen – „Helau!“ Ballverluste – „Helau!“ Fehlwürfe – „Helau!“

Ach, hört doch auf! Ich bin nicht nur des einsilbigen Faschingsgesülze überdrüssig – Oder nennen wir es die Legitimation für Komasaufen und einem Benehmen, welches in den restlichen vier Jahreszeiten entweder zu einem Aufenthalt in der geschlossenen Psychiatrie oder dem Knast führen würde – Aber das ist ein anderes Thema. Nein.
Auch des einfallslosen Spiels der Gießener Fünf. Wir starteten zwar gegen eine starke, aber auf eigenem Parkett nicht übermächtige Mannschaft aus Göttingen. Jeder, der im Ansatz etwas mit Basketball zu tun hat, wusste im Voraus:Taylor Rochestie knallt die Dreier wie kein anderer, die Göttinger sind konditionell die beste Mannschaft der Liga und wenn Rochestie nicht trifft, macht es der Nächstbeste, den Gießen mal wieder ungedeckt an der Linie stehen lässt. Unsere Jecken wurden förmlich überrannt, auseinander genommen und deklassiert. Bestes Beispiel: Dwayne Anderson vernascht Elvir Ovcina. Ball rechts um die Beine Ovcinas gedribbelt, links umlaufen, abgelegt, Korb, zwei Punkte. Unschlagbar.
Wenn man versucht hat, wegzublenden, das dieses eingespielte Team in Lila ja eigentlich gegen uns spielt, konnte man richtig guten Basketball schauen. Die Göttinger präsentierten traumhafte Spielzüge und ließen ihre Gegner zum Teil wie Kreisligisten aussehen. Ich habe die Zeit gezählt, in der Gießen nichts, rein gar nichts getroffen hat und kam zusammen addiert auf ein ganzes Viertel (+/- 10 Min.). Knapp vier Minuten allein jeweils im dritten und vierten Viertel. Schlimmer konnte es nicht werden und die drei Abgesandten aus dem „Spielflußvernichtungslager“ lassen wir an dieser Stelle mal außen vor. Wir hofften, wenigstens die 50-Punkte-Marke zu knacken und, dass der Vorsprung der „Veilchen“ am Ende nicht größer als 20 wird. Der erste Wunsch wurde erfüllt.

Ein weiterer Wunsch jedes eingefleischten Basketballfans wurde am Montagmorgen erfüllt. Nämlich in Dallas (Texas) beim alljährlichen All-Star-Weekend der NBA. Den Höhepunkt bildete wie immer das All-Star Game. In dem Spiel treten die besten Spieler der „Western Conference“ und der „Eastern Conference“ gegeneinander an. Das Spiel startete um 2.45 Uhr (MEZ). In der „Starting-Five“ des westlichen Teams stand unser Dirk Nowitzki. Aber er war nicht allein um die „Deutschen-Quote“ im amerikanischen Traditionstunier hoch zu halten. Im dritten Viertel stand neben ihm der zweite Deutsche im westlichen Kader Chris Kamann, von den Los Angeles Clippers. Damit waren 40% der Spieler auf dem All-Star-Parkett in Dallas mit Deutschen Spielern besetzt. Eine Sensation. Das gab es noch in keinem „All-Star-Game“ und manchmal haben wir sogar in der Osthalle eine niedrigere Quote auf dem Spielfeld. Also zurück nach Gießen. Fünf Veilchen betraten das Gießener Parkett am Samstagabend. Mindestens 15 verließen es allerdings denn jeder unserer Spiele muss eins auf jedem Auge gehabt haben. Eine „Lehrstunde“, schrieb die lokale Presse über das Heimspiel gegen Göttingen. Hoffentlich war es das. Am kommenden Samstag findet das erste auswärtige “Heimspiel” dieser Saison statt. Auf ein Neues.

Mund abwischen und auf nach Ludwigsburg.








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