Gießener Papiertiger landen als Bettvorleger in Trier

27 12 2010

Gießen | Man kann sich alles schön reden und auch nach der achten Niederlage in Folge nur die positiven Sekunden eines Spiels hervorheben. So titelt die Pressenachricht, aus dem Hause der „46ers“, nach der Niederlage in Trier “verbessert, aber wieder ohne Punkte” und “starkes Comeback von Anthony Smith”.

Dass Basketball ein Teamsport ist und nicht durch Einzelspieler gewonnen wird dürfte Cheftrainer Bogojevic spätestens nach dem gestrigen Spiel in Trier eingesehen haben.
Oder doch nicht? “Anthony Smith hat sich nach überstandener Knieverletzung mit einer starken Leistung in der Beko Basketball Bundesliga zurückgemeldet, die LTi GIESSEN 46ers müssen jedoch weiterhin auf ihren sechsten Saisonerfolg warten [...] konnte die Mannschaft aus der Lahnstadt [...] zwar bis in die Schlussphase hinein auf einen Sieg hoffen, am Ende jubelte jedoch das Team von TBB Trier [...] ” so die Pressestelle. In einem geplanten Angriff auf den sechsten Saisonerfolg will Gießen wie ein Tiger starten und landet doch nur als Bettvorleger für Trier. Ein Rekord haben wir allerdings geschafft. Acht Niederlagen in Folge hatte „Vladi“ bisher innerhalb einer Saison auch noch nicht verbuchen können. Und dann nochmal: “Als gelungen darf das Comeback von Anthony Smith bezeichnet werden. Der US-Amerikaner gehörte bei seinem ersten Einsatz seit der Anfang November im Auswärtsspiel in Frankfurt erlittenen Verletzung zur Startformation, kam 28:43 Minuten zum Einsatz und war mit 21 Punkten vor Elvir Ovcina (15) und Zachery Peacock (14) erfolgreichster Werfer der Gießener Mannschaft. LTi 46ers-Chefcoach Vladimir Bogojevic: “Wir haben heute keine Zonenverteidigung gegen uns gesehen. Anthony war sehr motiviert, wollte uns nach der langen Pause unbedingt helfen und hat das heute gut gemacht.”

Achso. Wir haben das achte Spiel in Folge verloren (Anm. des Autors). Reine Nebensache. Aber hier noch ein paar Lorbeeren: “Der 24-jährige Shooting Guard bestach vor allem durch seine Treffsicherheit aus dem Dreipunktebereich: Smith versenkte jeden seiner fünf Dreierversuche im Trierer Korb, traf zudem drei von fünf Zweiern und trug so großen Anteil daran, dass die LTi 46ers vor rund 2500 Zuschauern in der Arena Trier ihre beste Dreipunkt-Trefferquote (7 Treffer bei 13 Versuchen, 54 Prozent) sowie die zweitbeste Feldwurfquote (52 Prozent, 24/46) in der Spielzeit 2010/2011 verbuchten.”

Zwischeninformation in eigener Sache: Nach der Niederlage gegen Trier steht Gießen auf Tabellenplatz 15 und kämpft weiter gegen den Abstieg. Eigentlich kann man schon von einer Abstiegskampfverweigerung reden. Aber weiter im (Presse-)Text:
“Auch defensiv war eine Steigerung gegenüber den letzten Spielen erkennbar: Der Gegner aus der Moselstadt, für den Philip Zwiener (19) die meisten Punkte erzielte, wurde auf einer Feldwurf-Trefferquote von 45 Prozent gehalten – für das Gießener Team der beste Wert seit vielen Wochen.” Applaus.

Die 20 Ballverluste auf der Gießener Seite werden dann fairerweise noch erwähnt, bevor man dann wieder vom “besseren Hineinkommen” und “Selbstvertrauen” spricht.
“Die LTi 46ers erwischten am Sonntagnachmittag zwar keinen guten Start und lagen nach fünf Minuten mit 3:12 hinten, fanden aber dann besser in die “von beiden Seiten sehr intensiv geführte Partie” (LTi 46ers-Cheftrainer Vladimir Bogojevic) hinein. Noch vor Ablauf der ersten zehn Minuten tankten die Gäste aus Mittelhessen Selbstvertrauen, als sie mit einem 8:0-Lauf (mit zwei Smith-Dreiern) zum Viertelendstand von 20:22 verkürzten.”

“Fortan war es eine Begegnung auf Augenhöhe. Als Trier im zweiten Viertel auf 32:23 enteilt war (16.), kämpfte sich die Bogojevic-Truppe wieder zurück in die Partie. Zur Pause betrug der Rückstand – wie am Ende von Viertel eins – zwei Pünktchen (35:37).” ( Zwei Punkte! – Anm.d.Autors)

46ers-Guard Tyler Kepkay brachte seine Farben in Minute 28 per Dreier erstmals in Führung (45:44). In den folgenden Minuten blieb es eng, keine der beiden Mannschaften konnte sich um mehr als drei Punkte vom Gegner absetzen. Leider kassierten die 46ers zwei Unsportliche Fouls (Mädrich/29., Brooks/36.) in Phasen, als sie sich nach den Worten von “Vladi” Bogojevic “auf einem guten Weg befanden, das Momentum auf ihre Seite zu drehen”. Unglücklich dann die Freiwurfausbeute in den letzten drei Minuten der Partie: Hatten die LTi 46ers bis zur 37. Minute eine makellose Bilanz “von der Linie” vorzuweisen (neun Versuche, neun Treffer), fanden von den sechs Freiwürfen, die den Gießenern zwischen dem 62:60 (37.) und dem 69:65 (39.) aus Sicht des Heimteams zugesprochen wurden, nur die Hälfte den Weg durch die TBB-Reuse. Trier baute seinen Vorsprung auf sechs Punkte aus (71:65, 50 Sekunden Rest), ein Rückstand, den die 46ers nicht mehr wettmachen konnten.

Wie wahr. Was sagt der Cheftrainer und Sportdirektor der Gießener dazu? “”Es war ein sehr intensiv und physisch geführtes Spiel von zwei Mannschaften, denen anzumerken war, dass sie unbedingt gewinnen wollten. Die 20 Ballverluste von uns haben sicher eine Rolle für den Ausgang der Partie gespielt. Zum Ende hin haben wir das besser in den Griff bekommen, unsere guten Phasen wurden dann aber auch leider von Pfiffen gegen uns unterbrochen. (“Schiris sind schuld” – Anm. d. Autors) Wir haben uns weiterentwickelt, (in der Abwärtsspirale – Anm.d.Autors) haben uns heute aber nicht mit einem Sieg belohnen können. Wir müssen nach vorne schauen und weiterarbeiten, am Mittwoch haben wir die Chance, es besser zu machen.”

Info für alle schmerzfreien Fans:
Für die LTi 46ers geht es in der Beko BBL am kommenden Mittwoch (29.12.) mit einem Auswärtsspiel beim Mitteldeutschen BC weiter. Tip-Off ist um 19.30 Uhr in der Stadthalle Weißenfels.





Letzter Akt um die goldene Ananas.

6 05 2010

Weißenfels | Letzter Akt. Der Vorhang ist gefallen in der rot-weißen Hochburg des mittelhessischen Basketballs. 6102 Punkte, 1600 Minuten, 40 Spiele, 24 Niederlagen, 10 Siege, 2 Farben, ein Team, viele „Aufs“ und noch mehr „Abs“. Wir stehen fest in der Mitte der unteren Tabellenhälfte und haben die Saison 2009/2010 auf Platz 14 abgeschlossen. Übrigens die beste Saisonendplatzierung seit 2005/2006 (Platz 11).
Beendet wurde die Hauptrunde für Gießen allerdings nochmal mit einer klaren Niederlage in Weißenfels. Der MBC gewann die utilitaristische Begegnung um die goldene Ananas deutlich mit 84:65. Der Endstand schadete keinem und nutzte wenn nur bedingt den Gastgebern. Weder eine Verbesserung noch eine Verschlechterung der Tabellenplätze waren zu verzeichnen. Das Team aus Sachsen –Anhalt gab nochmal alles, genauso wie unser Trainer Vladi Bogojevic. Beziehungsweise alle. Die „jungen Wilden“, bestehend aus Jannik Freese, Jo Lischka, Max Weber, Mathias Perl und Falko Theilig bildeten die Schlussformation und gleichzeitig die erste, rein deutsche Fünf auf dem Spielfeld in dieser Saison.
Max Weber konnte die Saison mit einer persönlichen
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Bestmarke von 15 Punkten, als Top-Scorer der Gießener, beenden. Falko Theilig (4) und Matze Perl (3) durften ihre ersten Punkte überhaupt im Basketball Oberhaus machen. Sonst wurde allerdings nur tief gestapelt. Mit 23 Ballverlusten sah Gießen wirklich nicht gut aus in Weißenfels. Aber jetzt heißt es erst einmal durchatmen und entspannt nach vorne schauen. Ein funktionierendes Team für die nächste Spielzeit muss aufgestellt werden. Viel Arbeit für Vladi & Co. Wie der Geschäftsführer der LTi 46ers verlauten ließ laufen die Verhandlungen natürlich schon auf Hochtouren. Während wir einige der jungen Wilden ganz sicher wieder im nächsten Jahr im rot-weißen Leibchen sehen dürfen ist der Rest offen. Ganz besonders soll aber Center Ovcina für die nächste Saison und eventuell sogar längerfristig gehalten werden so Syring.
Auch der Co-Trainer Platz muss neu besetzt werden da sich unser Gerald „Geri“ Wasshuber nun endgültig aus Gießen verabschiedet hat. Nach dem letzten Spiel in Weißenfels feierte er noch einmal ausgelassen mit den wenigen mitgereisten Fans seinen Abschied. Der freigewordene Hocker in der Trainerecke soll jetzt mit einem erfahrenen (Co)Trainer gefüllt werden. „Jemand der schon ein paar graue Haare hat im Basketball“ so der Geschäftsführer. Man überlegt sogar zwei Co´s an die Seite von Vladi zu stellen. Hoffen wir, dass dann nicht das bekannte Sprichwort der zu vielen Köche hier Wahrheit spricht. Wir wollen aber nicht schon vor der Saison mit der Kritik beginnen. Davon gab es die letzten Monate genug und viel zu wenig Lob. Am Ende hat es ja doch noch geklappt. Nach dem Wildcard-Verfahren der letzten Saison und dem Zittern um den Ligaverbleib noch lange nach der regulären Spielzeit 08/09 hätte jeder sofort den Platz 14 mit Handkuss genommen.
Wo es jetzt ja etwas ruhiger wird im lokalen Spielbetrieb der BBL schauen wir natürlich gerne über den Tellerrand. Die Play-Offs starten, bzw. in der NBA sind sie schon in vollem Gange. Unser „German Wunderkind“ Dirk Nowitzki ist mit den „Mavs“ leider zum dritten mal in der ersten Play-Off Rounde ausgeschieden. Es war bereits zu hören das er wohl nicht weiter für Dallas spielen wird.
Noch ein Blick nach Europa und ein herzlichen Glückwunsch nach Göttingen. Unser bekannter Ligagegner BG Göttingen hat als dritter, deutscher Verein nach Alba Berlin (1995) und dem MBC (2004) die Euro-Challange gewonnen. Am vergangenen Montag trugen sich die Spieler, unter tosendem Beifall vor dem Rathaus, in das goldene Buch der Stadt Göttingen ein.
Wie geht es weiter in Gießen? Wer spielt in der nächsten und 45.Saison für das mittelhessische Basketball-Urgestein?

Liebe Leser. Der Fanblog geht jetzt in die Off-Season. Ihr werdet hier noch weiter auf dem laufenden gehalten was die Team- und Personalentwicklung der 46ers betrifft sowie Ereignisse rund um das orangene Leder Eures Teams. Nicht wie gewohnt jeden Samstag aber immer top aktuell. Ich wünsche allen Lesern eine schöne Sommerpause. Stay tuned!





Niemals. Niemals.

6 05 2010

Gießen | Das gefühlt längste und wohl aufregendste Basketball-Wochenende in Gießen liegt nun hinter uns. Zwei Spiele, zwei Erfolge und Saisonrekordkulisse aber leider auch eine Niederlage und wieder einmal eine Verletzung sind das Ergebnis. Aber der Klassenerhalt ist perfekt!

Zum Auftakt durften wir die mit Abstand beste Leistung der 46ers in der eigenen Halle sehen. Der amtierende Pokalsieger aus Bamberg reiste mit Pokal und neun Siegen in Folge nach Gießen, wurde aber mit einer 89:70 Klatsche wieder heim geschossen. Gießen präsentierte sich vor der Rekordzahl von 3870 Zuschauern in der Osthalle alles andere als ein eventueller Abstiegskandidat. Eher als Play Off Teilnehmer.
Gießen traf hochprozentig. Sensationelle 85% von der Freiwurflinie und ebenfalls 80% aus dem Feld (Nahdistanz).
Unser Center Elvir Ovcina war wieder in Höchstform. Überirdische 100% Trefferquote sowohl von der Freiwurflinie als auch aus dem Feld. Ihm gelang ein sogenanntes „Double-Double“ mit 18 Punkten und 13 Rebounds genauso wie Kevin Johnson mit 13 Punkten und 10 Rebounds.
Defensiv war Gießen unschlagbar mit insgesamt 40 Rebounds gegen die Franken, die nur auf 23 kamen. Auch die Trefferquote der Brose Baskets lag mit 43% nur bei der Hälfte wie die der Giessener (80%). Ein wahres Feuerwerk aber nur der Anfang. Trotz minutenlanger Standing Ovations, La Ola und „Hier regiert der MTV!“-Gesängen war jedem klar am Sonntag geht es weiter. Der nächste Gegner stand vor den Toren der Osthalle in Form magentafarbener Rheinländer.
Das Team der Telekom Baskets Bonn. Ganz im Gegenteil zum Spiel am Freitag war dieses Aufeinandertreffen kein Spiel für Basketball-Ästhetik Freunde. Die Begegnung war eine reine Kampf- und Verteidigungspartie und konnte die 3640 Gäste der Osthalle nur bedingt fesseln.

Dabei wäre ein Sieg durchaus möglich gewesen. Bei einem Punktestand von 23:25 ging es in die Halbzeitpause. Aber unser Flügelspieler Maurice Jeffers fiel leider verletzt für die zweite Hälfte der Partie aus und musste die verbleibenden zwei Viertel zuschauen wie Bonn das Kopf an Kopf-Rennen dann doch gewann. Aber von Traurigkeit kein Spur. Bereits in der Halbzeit wurde offiziell der Klassenerhalt für das Basketball Bundesliga Urgestein Gießen verkündet da Düsseldorf zeitgleich in Göttingen verlor. Nach der Sommerpause starten die Gießen 46ers also, nach wie vor einziges Gründungsmitglied der Liga, in ihre 45. Basketball Bundesliga-Saison.
Die Giessen 46ers stehen sicher auf Platz 14 und können höchstens noch von Trier auf Platz 15 eingeholt werden. Düsseldorf und Paderborn verlassen die Basketball Bundesliga und Hagen konnte dem „Abstiegs-Teufel“ gerade noch so von der Schippe springen.

Im Anschluss an das letzte Heimspiel dieser Saison am Sonntag fand dann vor der Halle noch eine Abschlussfeier statt. Zu Musik und Freibier wurden noch einige Tanzeinlagen der „46ers Dancer“ geboten bei denen unser Point Guard Lorenzo Williams ganz spontan einstieg um auch einmal seine tänzerischen Fähigkeiten unter Beweis zu stellen. Die Spieler kamen alle noch mal auf der Bühne einzeln zu Wort, bedankten sich bei den Fans, gaben Autogramme und standen für Fragen und Erinnerungs-Fotos jedem Fan zu Verfügung. Joe Werner musste dann auch noch mal ran und stimmte für alle die legendäre, akzentlastige „HUMBA“ an.

Wer in der kommenden Saison dann noch in unserem Kader spielt bleibt bis dahin abzuwarten. Die Verhandlungen laufen natürlich bereits auf Hochtouren.

Am 1.Mai 2010 spielen die 46ers das letzte mal in dieser Saison, auswärts, in Weißenfels. Das Spiel gegen den Mitteldeutschen Basketball Club beginnt um 19.30 Uhr. Auch diesmal fährt wieder ein Fanbus ab Bushaltestelle Ostschule um das Team zum letzten mal in dieser Saison anzufeuern.

Nochmals „auf geht´s Gießen“.
Niemals, zweite Liga. Niemals – niemals.





Rezeptfreie Antipathie und Fannarkose

21 04 2010

Ulm | Den Sack frühzeitig zu machen. Klassenerhalt eintüten. Gibt es dagegen nicht was von ratiopharm?

Natürlich. Sehr wirksam, und auf jeden Fall mit nachhaltigen Nebenerscheinungen, haben wir uns in Ulm eine 72:84 Klatsche abgeholt. Ambulant behandelt, konnten die rot-weißen Kassenpatienten dann auch direkt wieder die Heimreise antreten. Und das ganze rezeptfrei. Dafür musste der Pharma-Riese auch gar nicht all zu tief in die Tasche greifen. Da uns Robin Benzing und Kevin Martin im letzten Viertel quasi im Alleingang zerlegt haben, dürfte die Portokasse genügt haben.

Wie ein Ulmer Fan im Nachhinein im Internet stichelte, muss es schon bitter sein 400 Kilometer zu fahren, um sich so eine Backpfeife abzuholen. Oh ja. Sehr ernüchternd. Das Ulmer Team spielte, als ginge es um den Klassenerhalt und Gießen dagegen eher wie frisch operiert.
Mit einer Ausnahme. Joe Werner. Der Top-Scorer des Abends, mit 25 Punkten, wuchs förmlich über sich hinaus. Aber leider kann ein Mann das Spiel nicht alleine gewinnen.
Bis zur Halbzeit hielten sich die Lahnstädter Korbballer noch recht gut. Nur 35:36 stand es zur Pause. Im dritten Viertel legten sie einen guten Start hin und keiner ahnte den Einbruch, den wir gegen Ende des Viertels erleben mussten. Ulm spielte sich in einen Rausch und legte einen 20:4 Lauf auf den Stallboden der Kuhberghalle. Ja, die Halle heißt wirklich so. 61:51 – war der unheilverkündende Stand zu Beginn des letzten Viertels. Die Defense der Gießener befand sich noch irgendwo zwischen Narkose und Delirium, was Ulm vor der ebenfalls im Wachkoma befindlichen Heimkulisse zu nutzen wusste. Der Ulmer Kuhstall insgesamt glich nämlich, im Gegenteil zum rasanten Spiel der Domstädter auf dem Feld, eher einem klinischen Aufwachraum. Ob das am Sponsor lag? Freies Narkotikum für alle?
Engagierte „Ordner“ und das Maskottchen der Ulmer liefen vor der Zuschauertribüne auf und ab und mussten Schilder hochhalten auf denen stand was die Zuschauer als nächstes machen mussten. Armselig.

Nichts desto trotz verlor Gießen das Spiel im Kampf. Cheftrainer Vladi fasste das Ganze am Schluss zusammen. „Ulm hat im dritten Viertel das Momentum über seinen Kampfgeist an sich gerissen. Das ist sehr verwunderlich, weil dieses Spiel uns hätte viel mehr bedeuten müssen als Ulm.“ Ganz genau Herr Bogojevic. Und wieder mal muss man sagen es ist Dein Team. Wenn Du es nicht weißt, wer dann?

Wer dagegen schon immer alles wusste und weiß, vor allem wie man im Hintergrund populistische Hetze betreibt (Beispiel Göttingen), war wieder einmal der Ulmer Manager Thomas Stoll. “Wir wollen Gießen mit einem Sieg nochmal richtig schön tief in den Keller schießen”, sagt Stoll und will das durchaus als verspätete Antwort auf das Theater um den aktuellen Ratiopharm-Spielmacher Austen Rowland verstehen. Da ist wohl jemand immer noch angepisst.

Aber zurück nach Gießen. Wenig Vorbereitung gibt es für die nächsten beiden Heimspiele. Die gleichzeitig auch letzten beiden Heimspiele der Saison finden an nur einem Wochenende statt. Am Freitag den 23.04.spielen die 46ers gegen die Brose Baskets aus Bamberg (20 Uhr) und gleich am Sonntag gegen die magentafarbenen Bonner (17 Uhr). Es bleiben uns also nur noch zwei Spiele um die Osthalle in die gewohnte Osthölle zu verwandeln und den beiden Gästen einen sportlichen Attest „war uns nicht gewachsen“ auszustellen. Frag nicht erst Deinen Arzt oder Apotheker sondern unterstütze noch ein Wochenende das Team als 6. Mann. Hoffen wir auf Erfolge und den Klassenerhalt ohne Risiken und Nebenwirkungen.





Die Ruhe vor dem Sturm

19 04 2010

Gießen | Die LTi Gießen 46ers hatten am vergangenen Wochenende verdient spielfrei und es ist relativ ruhig im Gießener Basketball seit dem spektakulären Sieg über Tübingen. Sollte man meinen. Man könnte aber auch meinen, dass Gießen in der laufenden Saison genug Pech und Verletzungen wichtiger Spieler hatte, so dass die letzten vier Spiele der Saison sicher über die Bühne gebracht werden könnten.
Aber Nein. Wo kämen wir denn da hin? Es ist die sprichwörtliche Ruhe vor dem Sturm. Wie die heimische Presse bereits schon mitteilte, haben wir wieder mal eine Verletzung. Und wiedermal hat es unseren Aufbauspieler „Zo“ Williams erwischt. Im Spiel gegen Tübingen zog sich unsere Nummer 5 eine Verletzung zu, die sich später als Fraktur der Mittelhand herausstellte. Das heißt, wir werden ihn diese Saison und in den letzten vier Spielen leider nicht mehr auf dem Spielfeld sehen. Immer auf die „Kleinen“. Es ist bereits seine zweite Verletzung in dieser Saison. Er musste bereits vier Spiele wegen einer Sprunggelenks-verletzung im Oktober 2009 aussetzen. „Das ist bitter“ meinte der Cheftrainer zu diesem Ausfall, aber „wir wollen es auch diesmal wieder gemeinschaftlich schaffen, die richtige Antwort auf einen Ausfall zu geben”. Am Samstag ist es wieder soweit. Das Team aus Gießen fährt nach Ulm. Gegen ratiopharm Ulm gilt es, nochmal alles zu geben. Auch für die Fans. Das vorletzte Auswärtsspiel ist wichtig und unsere Unterstützung um so mehr. Die Fanbusse fahren am Samstag, 17. April, um 13 Uhr vor der Osthalle ab. Tip-Off in Ulm ist um 19 Uhr.
Aber auch eine gute Nachricht gibt es noch für den Gießener Traditionssport. Die LTi Gießen 46ers haben die Lizens für die Teilnahme am Wettbewerb der Beko BBL für die kommende Spielzeit (2010/2011) erhalten! Das heißt? Die sportliche Qualifikation vorausgesetzt, wird das “Urgestein” des Basketball-Oberhauses auch in der nächsten Saison in der höchsten deutschen Spielklasse vertreten sein. Genau. Wir haben eine Lizens wenn wir den Klassenerhalt erreicht haben. Den haben wir aber noch nicht.
„Einen großen Vertrauensbeweis seitens der Beko BBL gegenüber unserem eingeschlagenen Konsolidierungskurs“ nennt es Christoph Syring, Geschäftsführer der LTi 46ers und ist hoch erfreut.
Wir freuen uns auch. Wenn man bedenkt wo wir letztes Jahr zur gleichen Zeit standen ist das wirklich mehr als positiv und kann uns auch nächste Saison nur Aufwind geben wenn der Klassenerhalt erst mal sportlich „verpackt in Tüten“ ist.
Also heißt es jetzt nochmal alle Energien freisetzen. Für das Team und für die Fans. Kommenden Samstag sind wir zu Gast in Ulm und das darauf folgende Wochenende müssen unsere Jungs sogar zweimal ran. Das stürmischste Wochenende beginnt am Freitag, 23. April. Dann haben wir Bamberg und gleich am Sonntag, den 25. April, Bonn zu Gast in der „Osthölle“. Also müssen wir an diesem Wochenende zweimal „heizen“.
Aber das wird das kleinste Problem sein. Geben wir dem Team das bisschen Extra-Power durch die berüchtigt und gefürchtete Heimkulisse und Stimmung in der „Gud Stubb“ damit sie die letzten Spiele auch ohne Williams noch erfolgreich abschließen können. Es geht immer noch um den Klassenerhalt der alles andere als sicher ist. Wir sind auf Platz einem wackeligen Platz 14 und der nächste Gegner Ulm einen Platz über uns. Machen wir den Sack zu.








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